Liebe

Was versteht man unter Liebe?


Eine Liebe zwischen zwei Menschen ist eine auf gegenseitiger Ebene ausgedrückte Zuneigung und ein fundamentaler Stützpunkt der Gesellschaft.
Liebe zeigt sich in der gegenseitigen Anteilnahme, der gegenseitigen Wertschätzung und der tiefen Verbundenheit.
Begegnen sich zwei Menschen, die einander lieben, empfinden sie einen starken Drang, ihre Liebe auszudrücken. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um die Liebe zu einem Familienmitglied, zu einem Freund, einen körperlich anziehenden Menschen oder ein Mensch, mit dem man in einer Partnerschaft ist, handelt.
Die Liebe ist ein Gemütszustand, der plötzlich auftritt und dem wir uns nicht entgegensetzen können. Wir können ihr nicht entfliehen und in den meisten Fällen wollen wir das auch nicht, denn in ihrer reinen Form ist die Liebe die schönste Erfahrung, die ein Mensch zeit seines Lebens machen kann.

Warum lieben wir?


Lieben und geliebt werden fassen viele Menschen als den Sinn des Lebens auf. Wer nicht liebt, der hat nicht gelebt, könnte eine andere Formulierung lauten.
Wer liebt, der entdeckt, dass sein Leben einen viel höheren Wert besitzt. Man lebt nicht nur für sich allein sondern auch für jemand anderen - für seine Familie, für seinen Ehepartner, für seinen Lebenspartner, für seine Kinder oder für seine Freunde.
Lieben bedeutet teilen. Nicht nur die positiven Erfahrungen werden geteilt, sondern auch Sorgen, Schicksalsschläge und Verluste. Jemanden zu haben, der zusammen mit einem trauert und bangt, entlastet ungemein.
Niemand möchte alleine sein. Das Leben in Gemeinschaft mit anderen, die einem wichtig sind, ist tausendfach schöner. Unvergessliche Momente mit jemanden zu teilen, steigert die Lebensqualität, weil die Nachwirkung eines besonderen Erlebnisses länger anhält und glücklicher macht.
Wenn man z. B. zusammen auf eine Reise geht, erinnert man sich viel länger danach an die schönen Momente, da man sie im Gespräch immer wieder aufleben lässt.

Warum erlischt die Liebe so oft?


Es gibt viele Gründe, warum eine Liebe nicht für immer anhält.
Wer einander nicht mehr vertrauen kann, hört auf zu lieben, denn die Liebe gründet auf gegenseitigem Vertrauen.
Liebe zu geben, fassen viele Menschen in der heutigen Zeit als ein Risiko auf, verletzt zu werden. Wenn wir lieben, begeben wir uns in eine Abhängigkeit zu einem anderen Menschen, den wir zu kennen glauben und dem wir uns deshalb bedingungslos hingeben. Endet die Beziehung eines Tages, sind wir schon viel zu abhängig vom Gegenüber geworden, als dass wir uns nahtlos von jenem trennen könnten. Tiefer Schmerz und Hilflosigkeit überfallen uns.
Sich aus einem ehemaligen Abhängigkeitsmuster zu befreien, erfordert Zeit und mentale Stärke. In dieser Zeit entwickeln sich Abwehrmechanismen, die eine neue Beziehung überschatten und es schwer machen, sich auf einen neuen Menschen einzulassen. Um nicht wieder verletzt zu werden, hält man sich dieses Mal mit seinen Gefühlen zurück. Die Liebe wird nicht tiefgründig, sondern verweilt oberflächlich. Eine Beziehung auf einer solchen Basis erlischt in den häufigsten Fällen so schnell, wie sie gekommen ist. Mit jeder neuen Beziehung weitet sich der Teufelskreis aus.

Wie drückt sich Liebe anderen Menschen gegenüber aus, welche Ausdrucksformen gibt es?


Die Liebe zu einem Menschen kann verschiedene Formen annehmen. Wenn man von Liebe spricht, ist nicht immer davon auszugehen, dass eine sexuelle Liebe gemeint ist. Liebe unterscheidet sich in der Form der Beziehung zum Gegenüber.

Liebe zum Partner


Ob es das Gegengeschlecht oder das gleiche Geschlecht betrifft ist belanglos. Bei dieser Form der Liebe zählt einzig und allein, dass man sich dafür entscheidet, gemeinsam durchs Leben zu gehen und Freud und Leid zu teilen. Gegenseitige Liebesbekundungen, das Austauschen von Intimitäten und das gegenseitige Interesse am Leben des jeweils Anderen, kennzeichnen den Liebesalltag einer gewöhnlichen Partnerschaft.

Liebe zur Familie


Wer beschließt, mit seinem Partner eine Familie zu gründen, erlebt eine neue Art der Liebe. Kinder werden als Zeichen dieser innigen Zuneigung in diese Liebe hineingeboren. Man liebt nicht mehr nur für seinen Partner, sondern dehnt diese Liebe auf die neuen Familienmitglieder aus. Das Gleiche geschieht mit dem ganzen Familienkreis - die Liebe zu den Großeltern, zu den nahen Verwandten sowie zu den Freunden der Familie.

Nächstenliebe


In Ethik und Religion hat die Nächstenliebe einen gewaltigen Stellenwert. Um ein gemeinschaftliches Miteinander zu ermöglichen, in dem sich fremde Menschen gegenseitig respektieren und einander unterstützen, muss Nächstenliebe verstanden und umgesetzt werden.
Seinen Nächsten zu lieben, bedeutet ihn, in seiner Menschlichkeit zu achten und ihn als gleichwertiges Mitglied der Gesellschaft zu behandeln.

Ist lieben und verliebt sein das gleiche?


Viele Menschen verwechseln lieben mit verliebt sein. Am Anfang einer jeden Beziehung überwiegt das Verliebt sein. Man lernt sich frisch kennen. Man entdeckt erste Dinge in Aussehen und Charakter, die einem am Anderen gefallen. Diese Dinge sind zunächst oberflächlich, da man sich noch in vollem Umfang kennenlernen muss.
Besteht ein starkes Interesse von beiden Seiten, die Beziehung zu vertiefen, kommt Liebe ins Spiel. Sich gegenseitig mit all seinen Schwächen und Unzulänglichkeiten akzeptieren, einander in schweren Phasen beistehen, einander die Sorgen abnehmen. Wahre Liebe kennt keine Hindernisse. Zudem kennt sie keine "meine Sorgen" und "deine Sorgen". Wahre Liebe ist Eins und schenkt sich einander. Zu lieben bedeutet füreinander Verantwortung zu übernehmen. Durch Höhen und Tiefen zu gehen. Nicht davonzulaufen, wenn das Leben mit voller Wucht einschlägt und Schaden anrichtet, sondern gemeinsam dagegenzuhalten.